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 Pressemitteilung
30.06.2010
Jeder kann sich wehren

Bildunterschrift: „Lass mich in Ruhe“ ist einer der Sätze, den die Teilnehmer lernen, um sich in Situationen die sie als bedrohlich und unangenehm empfinden wehren zu können.

Dass „Nein“ sagen kein Zeichen von Schwäche ist und „Stop“ rufen in bedrohlichen Situationen auch Jungen erlaubt ist, konnten zwölf Jungen aus dem Werra-Meißner-Kreis im Alter von 8-12 Jahren bei dem Selbstbehauptungsseminar „Jeder kann sich wehren“ erfahren.

 

Die Kreisjugendförderung bot vom 18.-19.06.2010 erstmalig einen Selbstbehauptungskurs für Jungen im Jugenddorf Hoher Meißner an. Dieses Angebot unterstützt Jungen darin, sich in Übergriffssituationen angemessen verhalten zu können. Die Jungen waren begeistert. Sie hatten, angeleitet von Joachim Koch und Björn Schneider, zwei Referenten aus der Jungenarbeit, viel Spaß beim Spielen und Üben. Die Jungs befassten sich mit der Wirkung ihrer Körpersprache auf einen möglichen Angreifer. Um das ‚Bauchgefühl' als ein wichtiges Signal für Gefahren aller Art wahrzunehmen, wurden Vertrauens- sowie Wahrnehmungsübungen zur Schärfung des Bewusstseins gespielt.

 

Und warum ein Seminar nur für Jungen? Als vermeintliche Konfliktlösung in den verschiedensten Situationen verwenden Jungen häufig sozialisierte Formen verbaler und körperlicher Gewalt. Alles, was sie als besonders "männlich" gelten lässt, scheint ein geeignetes Mittel. Dabei verleugnen sie vor sich und allen anderen die eigenen Gefühle wie z. B. Angst. Da Jungen in der Gruppe Nähe oft nur schwer zulassen, ist dies ein heikles Thema, das viel Zeit in Anspruch nimmt. Ein geschützter Rahmen unter Jungen und Männern erleichtert es Jungen, ihre Gefühle zu benennen.

 

Selbstbehauptungskurse für Jungen dienen nicht nur dem Schutz des einzelnen Jungen vor Übergriffen, sondern auch eine Gewaltprävention in dem Sinne, dass den Jungen verschiedene Reaktionsmöglichkeiten im alltäglichen Umgang miteinander eröffnet werden. In dem Moment, in dem sie sich trauen ihrer eigenen Wahrnehmung zu vertrauen, werden sie zu eigentlich starken Persönlichkeiten, die gleichsam auch gegenüber allen anderen potentiellen (Sucht-)Gefahren gewappnet sind.

 
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